Allgemeines zum Fach
Das Fach Gesellschaftswissenschaften ist ebenso wie das Fach Naturwissenschaften ein verbindlicher und typischer Bestandteil der Schulform „Integrierte Gesamtschule“ in Niedersachsen im Sekundarbereich I. Das Fach hat seine Wurzeln im Fach Sachkunde der Grundschule. Es wird in der gymnasialen Oberstufe nicht fortgeführt, sondern in die Einzelfächer Politik-Wirtschaft, Erdkunde und Geschichte überführt.
Im Fach Gesellschaftslehre werden ausgehend von der Lebenswelt der Heranwachsenden Sachverhalte aus geografischer, historischer und politischer Perspektive betrachtet, durch das Zusammenwirken der drei Fächer wird der Unterricht bereichert, die Fächer fördern sich gegenseitig und bewirken schlussendlich mehr als jedes Fach für sich allein.
Diesem integrativen Konzept wird besonders durch das neue, seit Beginn des Schuljahres 2020/2021 eingeführte Kerncurriculum Rechnung getragen. Wesentliches Ziel bleibt es dabei, die Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler sowie die Bereitschaft zur Beteiligung in der Gesellschaft zu stärken. Ausgangspunkt sind gesellschaftliche Schlüsselprobleme wie beispielsweise globaler Wandel und Nachhaltigkeit oder Kontinuitäten und Umbrüche, die sowieso über den Horizont der einzelfachlichen Disziplinen hinausweisen.
Weitere allgemeine Informationen wie auch das aktuelle Kerncurriculum finden Sie auf der Seite des Niedersächsischen Bildungsservers:
Die konkreten thematischen Schwerpunkte in den Klassen 5 – 10 der Sekundarstufe I und die obligatorischen gesellschaftswissenschaftlichen Projekte können sie dem aktuellen Arbeitsplan entnehmen:
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Schuleigener Arbeitsplan_Gesellschaftswissenschaften_2024-2025
Demokratiebildung an der IGS Schaumburg
Demokratiebildung ist an unserer Schule kein einzelnes Projekt und lässt sich nicht nur auf den Fachbereich Gesellschaftslehre herunterbrechen, sondern ist ein durchgängiges Prinzip in unserem Schulleben. Dennoch erfolgt ein Großteil der inhaltlichen Erarbeitung natürlich im Unterricht des Faches Gesellschaftslehre: Mit einem vielfältigen, praxisnahen und engagierten Konzept bereiten wir unsere Schülerinnen und Schüler darauf vor, Verantwortung zu übernehmen und unsere demokratische Gesellschaft aktiv mitzugestalten. Unsere Schülerinnen und Schüler erfahren Demokratie im Unterricht, in Projekten, bei Begegnungen mit politischen Akteurinnen und Akteuren sowie an außerschulischen Lernorten.
Bereits ab Jahrgang 5 legen wir wichtige Grundlagen für ein wertschätzendes Miteinander. In Sozialtrainings im Klassenverband beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit gewaltfreier Kommunikation, Konfliktlösung und sozialem Lernen. Gemeinsam erarbeitete Klassenregeln stärken die Beteiligung aller und machen demokratische Entscheidungsprozesse von Beginn an erfahrbar. Im Fach Gesellschaftslehre wird das Thema Demokratie altersgerecht aufgegriffen und vertieft. Ein besonderer Höhepunkt ist der Besuch des Niedersächsischen Landtages. Im Rahmen einer Kinderführung erhalten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in parlamentarische Arbeit und haben die Möglichkeit, mit Abgeordneten zu sprechen und eigene Fragen zu stellen.
In Jahrgang 6 erweitern wir den Blick auf gesellschaftliche Vielfalt und Medienkompetenz. Eine Projektwoche zum Umgang mit Medien fördert einen verantwortungsvollen und kritischen Umgang mit Informationen. Ergänzend dazu führen wir Antidiskriminierungsprojekte zum Thema Vielfalt durch, die von externen Kooperationspartnern begleitet werden. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern sowie das Lernen an außerschulischen Lernorten haben an unserer Schule einen hohen Stellenwert.
In Jahrgang 7 nehmen die Schülerinnen und Schüler an Demokratieworkshops teil, die von externen Fachkräften durchgeführt werden. Diese stärken politisches Verständnis, Meinungsbildung und Argumentationsfähigkeit. In Jahrgang 8 steht im Rahmen einer Projektwoche die Bildung für nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt. Die Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung sind fest im Schulkonzept verankert und werden für die Schülerinnen und Schüler transparent und praxisnah vermittelt.
Die Projektwoche in Jahrgang 9 widmet sich dem Thema Fake News. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit Desinformation, Meinungsbildung und Verantwortung in einer Demokratie auseinander. Zusätzlich besuchen sie im Rahmen des Unterrichts eine Gedenkstätte und setzen sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Ab Jahrgang 9 bis einschließlich Jahrgang 13 führen wir regelmäßig die Juniorwahl an unserer Schule durch. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur die Stimmabgabe kennen, sondern erleben den gesamten Wahlprozess und unterstützen diesen aktiv.
Auch über den Unterricht hinaus gestalten unsere Schülerinnen und Schüler Demokratiebildung mit. Immer wieder werden Aktionen zu bedeutenden gesellschaftlichen Anlässen umgesetzt, beispielsweise zum Jubiläum des Grundgesetzes. In Jahrgang 10 findet eine an den Unterricht angelehnte Berlinfahrt statt, bei der sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit der deutschen Geschichte sowie mit politischen Institutionen und demokratischen Strukturen auseinandersetzen. Ergänzend dazu bieten externe Kooperationspartner Workshops zu Menschenrechten sowie Argumentations- und Demokratietrainings an.
In den Jahrgängen 11 bis 13 wird die Demokratiebildung weiter vertieft. Dazu gehören unter anderem das Civil-Power-Projekt, eine Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau, Gedenkveranstaltungen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag sowie Landtagsbesuche mit der Teilnahme an Plenarsitzungen. Darüber hinaus beteiligen sich unsere Schülerinnen und Schüler am Briefmarathon von Amnesty International, an Aktionen zu den Orange Days gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie an regionalen Veranstaltungen, beispielsweise in Zusammenarbeit mit der AWO, um mit Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen. Auch der Besuch der Alten Synagoge in Stadthagen, teilweise begleitet durch Workshops, ist fester Bestandteil unseres Programms. Mit dem Zukunftsgipfel, den wir gemeinsam mit externen Partnern durchführen, fördern wir Partizipation und die aktive Mitgestaltung der eigenen Zukunft.
Über alle Jahrgänge hinweg kooperieren wir zudem mit der Organisation German Dream, die regelmäßig Wertedialoge zu demokratischen Werten, Empathie und gesellschaftlichem Zusammenhalt durchführt. Als Mitglied im Netzwerk Schule ohne Rassismus Schule mit Courage setzen wir ein klares Zeichen gegen Diskriminierung. Die aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler an schulischen Veranstaltungen zur Demokratiebildung ist für uns selbstverständlich.
Sekundarstufe II
In der Sekundarstufe II ab Jahrgang 11 werden Schüler*innen, die an unserer Schule das Abitur ablegen möchten, wieder in den Fächern Geschichte, Politik-Wirtschaft und Erdkunde unterrichtet, so wie es die Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe des Landes Niedersachsen vorsieht.
Eine Besonderheit in der Einführungsphase (Jahrgang 11) stellt die Berufsorientierung dar, die dem Fach Politik-Wirtschaft zugeordnet ist und auch die Betreuung des Praktikums beinhaltet.
In der Qualifikationsphase (Jahrgang 12-13) wird das gesellschaftswissenschaftliche Profil immer sehr stark angewählt, so dass es in allen drei Fächern auch Leistungskurse gibt. Dies zeigt das große Interesse unserer Schüler*innen an den gesellschaftlich relevanten Themen und die Bedeutung des Fachbereichs in unserer Schule.
Das Fach Gesellschaftslehre als Teil des Projektlernens
Eine Besonderheit an unserer Schule stellt das Projektlernen dar, welches fachliche Anteile des Gesellschaftslehreunterrichts, aber auch der Fächer Naturwissenschaften, Religion und Kunst abdeckt und die Selbstverantwortung der Schüler für das eigene Handeln und Lernen in den Mittelpunkt stellt.
Darüber hinaus sind in den Jahrgängen Projektwochen mit gesellschaftswissenschaftlichen Inhalten vorgesehen, in denen möglichst handlungsorientiert gearbeitet wird. Ein Beispiel ist das Steinzeitprojekt, das verbindlich im 5. Jahrgang durchgeführt wird und bei dem z. B. mit selbst hergestellten Farben Höhlenmalereien nachgestellt, Steinzeitwerkzeuge nachgebaut oder Steinzeitszenen im Schuhkarton dargestellt werden.
Projekte des Fachbereichs
Einen besonderen Stellenwert haben die Demokratie- und Menschenrechtsbildung. In diesem Zusammenhang werden regelmäßig Projekte der Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage angeboten und in Kooperation mit dem Förderverein ehemalige Synagoge in Stadthagen Argumentationstrainings gegen rechte Parolen durchgeführt.
Zum internationalen Holocaustgedenktag nehmen wir an der Aktion „Fünf Minuten für sechs Millionen“ teil, bei der an den Stolpersteinen für die verfolgten und ermordeten Juden aus Stadthagen gedacht wird. Im Jahr 2021 hat es erstmals Aktivitäten zum Anne-Frank-Tag gegeben.
Geburtstage des Grundgesetzes
Zur Feier des 70. und 75. Geburtstags des Grundgesetzes haben sich die Schüler*innen intensiv mit den Grundrechten auseinandergesetzt und dies sowohl 2019 als auch 2024 in einem Flashmob auf dem Marktplatz Stadthagens präsentiert. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es für ein friedliches Zusammenleben ist, die Werte des Grundgesetzes zu erhalten und zu schützen.




